Historie der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft Neuss

Der Gründungstag der Gesellschaft ist der 28.April 1899

Gründer waren einige ehemalige Mitglieder der ersten Schützenlust-Gesellschaft. Trotz einiger personeller Querelen und Rückschläge konnte sie sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914-1918 kontinuierlich aufwärts entwickeln. Wir reden hier allerdings über Mitgliederzahlen von knapp unter hundert Schützen, was allerdings zu dieser Zeit einen völlig anderen Stellenwert hatte als heute, betrug doch die Gesamtstärke des Regiments nur etwas über 1200 Schützen. Die hohen Mitgliederverluste durch den Ersten Weltkrieg und die auf ihn folgenden katastrophalen wirtschaftlichen Zeiten ließen die Gesellschaft sehr stagnieren. Die noch schwereren Zeiten und Verluste des Zweiten Weltkriegs 1939-1945 führten die Gesellschaft dann an ein nahes Ende. Nur noch eine Handvoll Männer marschierte 1952 hinter der Traditionsfahne von 1901. Das traurige Ende unserer Gesellschaft schien besiegelt. Aus all diesen Zeiten lässt sich nur weniges berichten. Die Quellenlage ist zu dürftig, auch existieren kaum Dokumente.

Fahne von 1901 Kesselschmied Surlemont (Replik)
Replik der Fahne von 1901

Die erste Hubertusfahne

Der Kesselschmied Surlemont und seine Gönner haben 1901 die erste Fahne der Gesellschaft gestiftet. Diese wurde nach dem 2. WK stark beschädigt aus den Trümmern eines Hauses geborgen.
Die Schwestern des Klosters Immaculata haben in mühevoller Kunstarbeit diese Fahne wieder hergerichtet, so dass sie von den Hubertuschützen beim Fest 1952 wieder voran getragen werden konnte.

Die große Wende kam nach dem Schützenfest 1952

Das Komitee nahm sich 1952 den Problemfalles Hubertus an. Man wandte sich an drei jüngere Züge aus dem Jäger-Korps, die dem Komitee geeignet schienen, dem siechenden Hubertus-Korps neues Leben einhauchen zu können. Der Jägerzug „Erftjunker“ von 1950 unter Oberleutnant Bruno Kistler (1920-1989) unternahm nun das fast unmögliche Unterfangen bis zum Schützenfest im Jahre 1953 ein neues Korps samt neuer Satzung, neuem Geist und neuer Uniform zu formen. Tatsächlich gelang dies. Und sogar noch mehr, neben den „Erftjunkern“ und einem neu gruppierten Fahnenzug marschierte nicht nur der auch von ihnen neu gegründete Fanfarenzug, der dem neuen Hubertuskorps einen aufsehenerregenden Auftritt bescherte, sondern es marschierten bereits auch mit dem Zug “Waldhorn 1949” ein weiterer Jägerzug und mit dem ersten Zug “Hirschfänger” eine echte Hubertus-Neugründung mit. Schneller Zuwachs kam durch weitere Zuggründungen 1953 bis 1955, von denen noch heute einige Züge aktiv sind und in voller Blüte stehen.

Die Gesellschaft hatte sich bis zum Ende des Jahres 1961 auf beinahe 200 aktive Schützen verstärken können. In diesen Aufbaujahren wurde die Gesellschaft angeführt durch den Ersten Vorsitzenden Wilhelm Jungbluth (1952 bis 1961) sowie dem Zweiten Vorsitzenden und Major Bruno Kistler. Am Ende des Jahres 1961 kam es zu einem bedauerlichen Einbruch als ca. 70 Mitglieder die Gesellschaft verließen und im Folgejahr 1962 das neue Korps der Schützengilde bildete. Nach dem Tode des Ersten Vorsitzenden von 1961 bis 1965 Siegfried Findeisen übernahm Bruno Kistler das Amt des Ersten Vorsitzenden und Majors in Personalunion. Ab 1965 wird diese Personalunion in unserer Gesellschaft beibehalten. Bis zum Jahre 1968 war die Gesellschaft langsam wieder auf 159 aktive Schützen angewachsen.

Ein geradezu historisches Bild aus dem Archiv. Es steht symbolisch für die Trennung der Schützengilde von Hubertus.

Der Erste Vorsitzende Willy Jungbluth überreicht dem nachfolgenden Ersten Vorsitzenden Siegfried Findeisen die Hubertuskönigkette im November 1961. Die Stimmung ist sehr frostig. Die Gründungsmitglieder der Schützengilde (darunter Jungbluth) stehen unmittelbar vor dem Austritt aus der Hubertusschützen-Gesellschaft. Kurz nach der Aufnahme dieses Fotos wird auf einer Außerordentlichen Generalversammlung Siegfried Findeisen zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt.

Wir können mal getrost davon ausgehen, dass den beiden Herren das schon vorab bekannt war. Daher die “hervorragende Stimmung” auf dem Bild.

Findeisen und Jungbluth 1961
Jungbluth und Findeisen 1961

Der Namenstag des Heiligen Hubertus als Patronatstag

Vom Beginn der Wiederbegründung im Jahre 1952 an begehen die Hubertusschützen den Namenstag des Heiligen Hubertus als ihren Patronatstag, an dem sie einen neuen Hubertuskönig ermitteln, der ein Jahr an ihrer Spitze marschieren wird. Über mehr als ein Dutzend Jahre hinweg wurde zu Ehren des neuen Hubertuskönigs noch am gleichen Tag ein würdiger Hubertusball begangen, der jedoch später vom Patronatstag zeitlich abgetrennt wurde.

Im Jahre 1988 legte der Erste Vorsitzende und Major Bruno Kistler aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter nieder und empfahl den ehemaligen Hauptmann Manfred Günther vom Zuge „Kreuzritter“ als seinen Nachfolger. Über die unglaubliche lange Karriere Bruno Kistlers als Major der Hubertusschützen berichtete die örtliche Presse aus diesem Anlass ganzseitig. Leider verstarb Bruno Kistler bereits im Januar 1989 viel zu früh im Alter von gerade 68 Jahren. Fünf Jahre, wie seinem Vorgänger zugesagt, ritt Manfred Günther an der Spitze des Hubertuskorps‘. Sein Nachfolger wurde Manfred Kirchhoff aus dem Zug „Jagdfalken“. Dieser trat im Januar 2000 zurück und machte Platz für Friedhelm Becker aus dem „Fahnenzug“.

Becker machte sich als Sanierer der in Schieflage befindlichen Gesellschaftsfinanzen einen Namen und reformierte auch den aus der Zeit gekommenen Hubertusball. Leider verstarb auch Friedhelm Becker allzu früh im März des Jahres 2010. Zu seinem Nachfolger wählte eine Außerordentliche Generalversammlung im Mai 2010 seinen ehemaligen Adjutanten Volker Albrecht, der seither als Erster Vorsitzender und Major unserer Gesellschaft vorsteht. Traditionell wird der Major durch einen selbsternannten Adjutanten begleitet und unterstützt. An der Seite von Bruno Kistler waren dies (in chronologischer Reihenfolge) Dr.Bernhard Hämig, Karl Herbrechter, Mathias Gondorf, Alex Wismann. An Manfred Günthers Seite ritt fünf Jahre lang Eberhard Radde. Manfred Kirchhoff wurde unterstützt durch Wolfgang Bongartz, Uwe Grundmann und Theo Brauer. Friedhelm Becker ernannte Hans-Willi Knopf, Volker Albrecht und Dr.Hans Küppers zu seinen Adjutanten. Volker Albrecht wählte von 2010 bis heute den Hubertuskönig von 2002/03 Andreas Lehmann als Adjutanten.

Die 1. Vorsitzenden der Gesellschaft

  • 1952 - 1961

    Willy Jungbluth

  • 1961 - 1965

    Siegfried Findeisen

  • 1965 - 1988

    Bruno Kistler

  • 1989 - 1993

    Manfred Günther

  • 1994 - 2000

    Manfred Kirchhoff

  • 2000 - 2010

    Friedhelm Becker

  • 2010 - heute

    Volker Albrecht

Der Vorstand - ein Team aus neun Mitgliedern unterstützt durch Adjutant und Präses

Eine große Arbeitslast ruht auf der Führung einer Schützengesellschaft, die sich zum jetzigen Zeitpunkt auf 1060 aktive und passive Schützen vermehrt hat. Der Vorstand erfuhr über Jahrzehnte eine stete Verstärkung. Zwangsläufig muss er sich wandelnden Erfordernissen auch personell stellen. Nach einer Satzungsänderung im Jahre 2014, bei der das Amt des EDV-Beauftragten und das des Jungschützenmeisters geschaffen wurden, besteht der Vorstand aus 9 Mitgliedern plus Adjutant und dem geistlichen Beistand des Präses. Dieses Amt bekleidet seit 1989 Monsignore Wilfried Korfmacher.

Besondere Erwähnung muss hier auch Hauptmann Peter Schiefer finden, der seit 1991 dem Vorstand angehört und nunmehr dem vierten Major mit Rat und Tat loyal zur Seite steht. Besondere Verdienste um die Gesellschaft, im Besonderen durch langjährige Vorstandsarbeit, werden geehrt mit der Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft. Es wurden geehrt die Ex-Majore Bruno Kistler(†) und Manfred Günther(†), die Ex-Adjutanten Alex Wismann(†) und Eberhard Radde. Für 16 Jahre Schatzmeistertätigkeit Horst Fellinger. Für 25 Jahre Geschäftsführerarbeit Horst Schwarzfeller(†) und im Jahre 2018 für 20 Jahre Schießmeistertätigkeit Armin Grolms und für 15 Jahre Geschäftsführung Michael Matusche.

Sieben Hubertusschützen erringen die hohe Schützenkönigswürde

Die höchste Ehre im Neusser Schützenwesen ist die Erringung der Schützenkönigswürde. Sieben Hubertusschützen haben bislang diese Würde zur riesigen Freude aller Hubertusschützen errungen. Als erster Hubertusschütze triumphierte der Alt-Major Bruno Kistler im Jahre 1957/58, ihm folgte sein Adjutant Karl Herbrechter vom Zuge “Ewig Jung AH” im Jahre 1960/61. Wiederum war es ein Majorsadjutant, Mathias Gondorf aus “Erftjunker”, der 1970/71 die hohe Ehre errang. Sein Zugkamerad Alex Wismann folgte ihm im Jahre 1975/76. Er folgte seinem Zugkameraden auch im Amte des Majorsadjutanten nach dessen Tod.

Nur sieben Jahre nach Alex Wismann, 1982/83, holte sich der Leutnant des neugegründeten Zuges “Spätzünder” Rainer Reuß die Schützenkrone. Kurz darauf wurde dieser auch für lange Jahre in das Komitee berufen und ist auch heute noch Ehrenmitglied des NBSV. Lange dreizehn Jahre musste unser Korps warten bis mit Hans Mühleis aus dem Zuge “Jägermeister” im Jahre 1995/96 ein herausragender Sportschütze seine Schützenlaufbahn krönte.

Eine noch längere Wartezeit musste durchlitten werden und verstreichen, nämlich achtzehn Jahre, bis Rainer Reuß jun. – der Sohn von Alt-Majestät Rainer Reuß – die Würde des Neusser Schützenkönigs zurück in den Schoß seiner Familie holte und die Hubertusschützen endlich wieder einem der ihren zujubeln können. Auch Rainer Reuß jun. ist Mitglied im Zuge “Spätzünder”, der nun neben drei Hubertuskönigen auch zwei Schützenkönige vorweisen kann.

Schützenkönige aus den Reihen der Hubertusschützen

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