Die Hubertuszeitung ist das offizielle Mitteilungsblatt der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft Neuss 1899 e.V. und wird allen Mitgliedern im Rahmen der Mitgliedschaft viermal jährlich auf dem Postweg zugestellt.

50 Jahre Hubertuszeitung – ein stolzes Jubiläum

Im Februar 1968 lag sie zum ersten Mal bei den Hubertusschützen im Briefkasten – die Hubertuszeitung. Irgendwie sah sie aber doch ganz anders aus als heute. Einfache lose Blätter, an einer Ecke getackert. Heute sind die Blätter stark vergilbt, die Schrift kaum noch lesbar. Denn sie wurde auf Wachsmatrizen getippt und im Umdruckverfahren vervielfältigt. Umdrucke waren das Mittel der Wahl zur raschen Vervielfältigung, wollte man keine Druckerei bemühen. Hauptsächlich wurden sie in Schulen eingesetzt. Die Zeitung war also zuerst einmal ein Kind der Improvisation. Der junge und rührige Schriftführer der Gesellschaft Peter Albrecht, zu dieser Zeit gerade 30 Jahre alt, hatte die Idee zu dieser Zeitung um den Hubertus-Schützen (zu jener Zeit ca.150 Mann) ein zentrales Mitteilungsorgan zu schaffen. Was lag also näher als erst einmal das einfachste und billigste Verfahren anzuwenden, den Matrizenumdruck. Ein Verfahren, das zwar billig war – aber keine Tippfehler verzieh. Es ließ jedoch dem pfiffigen Zeitungsmacher einigen Gestaltungsspielraum, da man von Hand nicht nur alleine schreiben oder tippen konnte. 

Nein, man konnte auch kleine Zeichnungen einfügen und erste Kleinanzeigen mit einer Buchstabenschablone einfügen. Auch wenn diese Phase eine der kürzesten Abschnitte der Hubertuszeitung darstellte, so widmen wir ihr doch diese längere Ausführung um den geradezu rührenden Aufwand zu ehren, den Peter Albrecht und seine Hilfskräfte in der Geburtsphase der Hubertuszeitung leisteten. Peter Albrecht, Mitglied der Gesellschaft seit 1957, sollte während der ersten 10 Jahre der Zeitung der Motor und ideenreiche (Chef-)Redakteur bleiben. Noch heute gilt, es gibt keine Idee, die die aktuelle Redaktion sich ausdenken könnte, die Peter Albrecht nicht schon gehabt hat. Im Jahre 2000 wird er nochmal, in schwieriger Zeit, für zwei Jahre die Redaktion der Zeitung übernehmen. Auch heute, gerade 80 Jahre alt geworden, ist er noch täglich in Sachen Schützenwesen unterwegs. Er ist Volunteer im Schützenmuseum und stets als rastloser, fliegender Reporter für das Lokalradio in Sachen Schützen auf Tour. Man beachte auf Youtube den Kanal „Neusser Schötzekall“.

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HUBERTUS 1. Ausgabe vom Februar 1968
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HUBERTUS 1. Ausgabe vom Februar 1968
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HUBERTUS 1. Ausgabe vom Februar 1968

Kommen wir zur Zeitung zurück.

Nach den ersten 3 Umdruck-Ausgaben konnte sich der Druckereibesitzer, Gesellschaftsmitbegründer und Ex-Hubertuskönig Josef Decker das Elend Umdruck nicht mehr ansehen. Er bot der Gesellschaft an die Zeitung in seinem Hause zu drucken. Jedoch verwendete man zunächst weiterhin handgetippte und gezeichnete Vorlagen. Die Druckerei fertigte davon Druckvorlagen an, das Schriftbild der Schreibmaschine mit dem unfreiwilligen Flattersatz am rechten Rand blieb dabei erhalten. Elf Hubertuszeitungen gab es im ersten Jahr 1968 – mal mit 3 Seiten und mal mit 4 oder 5 Seiten. Das war nur möglich, weil es geheftete Einzelblätter waren. Blitzaktuell war man zu dieser Zeit wie nie mehr später. Höchst eilige Teminverschiebungen wurden mit einem Datumsstempel nachträglich in alle Exemplare gestempelt. Von Hand natürlich, versteht sich. Schneller geht nur noch das heutige Twitter. Erste Anzeigenkunden waren Matthias Gondorfs Agentur, Herbert Blasweilers Trinkhallen und Josef Groß „der schießende Dachdecker“.

Das Jahr 1969 brachte den Hubertus-Schützen 12 Exemplare ins Haus, standardisiert mit 4 Seiten, gedruckt auf einem Großblatt. Drucktechnisch ging es weiter voran, man konnte nun qualitätsreichere Fotos und Werbevorlagen drucken. Es nahm professionellere Gestalt an, man verließ das Niveau der Schülerzeitung. Einen gestalterischen Aufschwung gab es ab 1970. Das Deckblatt wurde neu gestaltet mit einer grünen Überschrift „Hubertus“ plus Hirschgeweih. Es gab 10 Ausgaben mit 4 Seiten und einer 2-seitigen Werbeeinlage. Der Inhalt war knapp, informativ, abwechslungsreich. Züge stellten sich vor, es waren zwölf, passten also in ein Kalenderjahr.  Repräsentanten des Schützenwesens wurden vorgestellt („Prominent im Regiment“). Noch wurden die Seiten aber daheim mit der Schreibmaschine getippt. Im Druckereiwesen lief zu dieser Zeit eine technische Revolution ab. Neue Technologien zwangen die gesamte Zunft der Schriftsetzer zur Umschulung. Der Fortschritt im Druckwesen wird auch die Hubertuszeitung in allen Jahren begleiten und dies kann im Rückblick auf alle Jahrgänge eindrücklich begutachtet werden.

Bei der Hubertuszeitung dauerte es noch etliche Jahre, 

bevor eine rechnergestützte Satztechnik Einzug hielt, wobei die Technik allerdings noch meilenweit vom sogenannten „what-you-see-is-what-you-get“ entfernt blieb. Ein Tagtraum, den unser heutiger Major auf der letzten Redaktionssitzung spann – ganze Werbeseiten von Schützenzügen – war in den 70er-Jahren der Normalfall. Mitglieder von Götz von Berlichingen, Erftjunker und Kreuzritter füllten jeweils eine Anzeigenseite, wobei die Götzen eifersüchtig ihre Anzeigen auf der Rückseite verteidigten. Bei der Redaktionsarbeit stand Peter Albrecht in den ersten Jahren Geschäftsführer Horst Hindrichs zur Seite. Friedhelm Zwickard als Schießmeister und Zeugwart Ernst Hufer traten als Gastautoren auf. Beruflich bedingt zog sich Peter Albrecht in den Jahren 1976 und 77 von der Redaktionsarbeit zurück. Der Vorstand selber warf sich geschlossen in die Bresche. Zwei Jahre waren Vorstand und Redaktion nahezu identisch. 1978 und 1979 trat dann Peter Albrecht nochmal in den Vordergrund um dann mit Ende 1979 die Redaktionsarbeit gänzlich niederzulegen. Er konnte den neuen Schriftführer Fred Hasselbach in die Redaktion einarbeiten. Es waren dann die Herren Hasselbach und Hauptmann Manfred Günther, die die Hauptarbeit verrichteten.

Ein blutjunges Nachwuchstalent namens Peter Schiefer konnte ab 1982 für die Redaktion gewonnen werden. Bei den Jahrgängen bis 1983 hatte sich eine Ausgabenanzahl von acht Hubertuszeitungen im Jahr etabliert. Standardmäßig waren es 6 Seiten Redaktionsteil und 6 Seiten Anzeigenteil. Auf der Vorderseite ein schlichter, grüner Hubertus-Schriftzug und im Redaktionsteil eine feine grüne Linienumrandung. Die Zeitung hatte sich etabliert mit ihrem nüchternen Design und mit ihrer Informationsfülle war sie über viele Jahre ein steter, treuer Begleiter der Hubertus-Schützen im Jahreslauf. Eine Zeitung machen ist aber nur die eine Hälfte. Die Zeitung will auch versendet werden. Ohne freiwillige, emsige Helfer kann es nicht funktionieren. Die Zeitung wurde dreifach gefaltet und mit einer Banderole postfertig verklebt. Also hieß es auch bei nur wenigen hundert Exemplaren stundenlanges Falten, Kleben und Frankieren. Und das bis zu 11, 12 Mal im Jahr. Heute werden die fleißigen und wichtigen Helfer des Versandes zu Recht gleichberechtigt mit den Redakteuren im Impressum genannt. Für die damalige Zeit können wir leider keine Namen nennen. Das ist schade.

Viktor Steinfeldt, Archivar

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